Die Tinte ist getrocknet, der Mietvertrag für den neuen Seminartrakt von der Hochschulleitung der FernUniversität und dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW unterschrieben. Das Finanzministerium, das Ministerium für Bauen und Verkehr und das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW hatten zuvor die noch fehlenden Genehmigungen erteilt. Da der Seminartrakt baulich unmittelbar mit dem geplanten dreigeschossigen Bau für die Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW) verbunden ist, kann der Bau des gesamten Komplexes jetzt beginnen.
„Wir haben heute einen Meilenstein erreicht. Durch den Neubau schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für unsere Studierenden und Beschäftigten“, brachte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer seine Freude über die Vertragsunterzeichnung zum Ausdruck. In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten die FernUniversität in Hagen und der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) als Bauherr die anstehenden Baumaßnahmen und -planungen samt Zeitplan vor.
In den nächsten Tagen werden die Bagger anrücken und damit beginnen, den Hang vor dem ehemaligen TGZ abzugraben sowie Trassen – auf denen eine große Wand zur Stabilisierung des Hangs eingebaut wird – zu verlegen. Diese umfangreichen Erdarbeiten werden voraussichtlich Ende November abgeschlossen sein. Mitte 2012 soll dann der Neubau fertiggestellt sein. „Das ist ein ehrgeiziger Terminplan, aber ich bin sicher, dass wir das Ziel mit einigen Anstrengungen erreichen werden“, sagte Therese Yserentant, Niederlassungsleiterin des BLB NRW Soest. Die Bauplanung und -beratung für den Neubau liegt in den Händen des Dortmunder Architekturbüros Assmann.
Freuen sich auf den Baustart: Klaus Berkel, Architekturbüro Assmann,Therese Yserentant, Niederlassungsleiterin des BLB NRW Soest, FernUni-Kanzlerin Regina Zdebel, FernUni-Rektor Prof. Dr. -Ing. Helmut Hoyer, Burkhard Grimm, Architekturbüro Assmann (v.l.n.r.)
So werden der KSW-Neubau und der baulich verbundene Seminartrakt aussehen.
Neubau mindert räumliche Engpässe
Sowohl der KSW-Neubau wie auch der neue multifunktionale Seminartrakt – bestehend aus einem großen Saal für 250 und drei kleinen für je 50 Personen – sind aus mehreren Gründen sehr wichtig für die FernUniversität. Nicht nur, dass viele der angemieteten Gebäude technisch und funktional veraltet sind: Mit der Einrichtung des Regionalzentrums Hagen auf dem Campus, das auch Angebote für die FernUni-Studierende aus der gesamten Region um Hagen macht, ist der Raumbedarf enorm gestiegen. Als Konsequenz aus dem Bologna-Prozess und den damit verbundenen Reformen, müssen die Prüfungen in den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen in einem engeren Zeitrahmen und damit häufiger durchgeführt werden. Außerdem werden mehr Präsenzseminare und wissenschaftliche Veranstaltungen angeboten.
„Dafür benötigen wir schnell weitere räumliche Kapazitäten und hoffen deshalb, dass die Planungen eingehalten werden können“, sagte Kanzlerin Regina Zdebel. Sie sei aber zuversichtlich, „da alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“ Für die FernUniversität – insbesondere für Baudezernent Hans-Dieter Kolossa und sein Team – sei der Neubau ein sehr arbeitsintensives und mit umfangreichen Detailplanungen im Vorfeld verbundenes Projekt, das bisher gut verlaufen ist.
Der KSW-Komplex besteht aus drei Blöcken, die über einen gläsernen Skywalk miteinander verbunden werden. Er wird abschüssig am Hang vor dem ehemaligen TGZ gebaut, so dass der Ausblick zur Universitätsstraße für den Großteil der im TGZ Beschäftigten erhalten bleibt. Als weiterer Teil des Neubaus werden in direkter Nachbarschaft zur Mensa das Seminargebäude und davor ein Platz zum Verweilen entstehen. Ein Aufzug macht es möglich, dass der darüber liegende Rote Platz und umgekehrt von dort aus die Mensa barrierefrei zu erreichen sind. Bisher war der Zugang nur über eine Treppe oder durch das Philipp-Reis-Gebäude möglich.
Ehemaliges StUA wird FernUni-Verwaltungsgebäude
Weiteres wichtiges und dringendes Ziel ist die Konzentration der FernUni-Standorte, von denen immer noch einige im Stadtgebiet verteilt sind, am Campus.
Das neue KSW-Gebäude ist dafür einer von drei großen Schritten. Der zweite – die Sanierung des AVZ-Gebäudes – ist bereits in die zweite Etappe gegangen und soll Anfang März 2011 vollständig fertiggestellt sein. Die Beschäftigten, die übergangsweise im ehemaligen Staatlichen Umweltamt (StUA) untergebracht sind, ziehen dann ins AVZ zurück. Als dritte Maßnahme wird das StUA zur dauerhaften Nutzung als Verwaltungsgebäude für die FernUniversität fertiggestellt. „Der BLB stellt dafür fünf Millionen Euro bereit. Im Prinzip muss aus dem StUA, in dem sich noch viele Labortrakte befinden, zunächst wieder ein Rohbau gemacht werden, der dann als Verwaltungsgebäude für die FernUniversität zur dauerhaften Nutzung wieder aufgebaut wird. Damit soll Anfang April 2011 begonnen werden, Ende des Sommers 2012 soll die Maßnahme abgeschlossen sein“, sagte Therese Yserentant, Niederlassungsleiterin des BLB NRW Soest. „Das ist leider sehr spät! Wir stehen deshalb in Verhandlungen: Es wäre toll, wenn das noch etwas früher klappt“, wünschte sich Kanzlerin Regina Zdebel.
Von den gesamten Kosten für die Maßnahmen zur Zusammenführung der Hagener FernUni-Standorte auf dem Campus stellt die Landesregierung 22,2 Millionen aus ihrem Hochschulmodernisierungsprogramm bereit. Die FernUniversität investiert selbst 3,82 Millionen Euro, darin enthalten sind 2 Millionen Euro für den neuen Seminartrakt.
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