Die ersten hundert Tage hat Prof. Dr. Torsten Linß, Lehrgebiet Numerische Mathematik, bereits an der FernUniversität in Hagen hinter sich gebracht: „Ich bin vollkommen offen hierher gekommen und einfach ins kalte Wasser gesprungen.“ An die Stadt Hagen muss er sich erst noch gewöhnen, denn seit 1990 drehte sich das Ausbildungs- und Berufsleben von Torsten Linß vor allem um die TU Dresden.
Prof. Torsten Linß
Die Numerische Mathematik beschäftigt sich mit der Entwicklung und Analyse von Verfahren, die für die Lösung mathematischer Problemstellungen auf Computern geeignet sind, und bildet die Grundlage vielfältiger Simulationssoftware für technische und physikalische Prozesse. Torsten Linß befasst sich dabei schwerpunktmäßig mit Differentialgleichungen, die in der Strömungsmechanik eine Rolle spielen. Solche Gleichungen werden z.B. bei der Berechnung von Strömungswiderstandskoeffizienten bzw. Widerstandsbeiwerten (cw-Werten) verwendet, aber auch bei der Flugzeugflügelberechnung oder Wettervorhersagen. Linß durchdringt neue Verfahren hierzu theoretisch, stellt z.B. die Frage, ob ein theoretisches Ergebnis mit der Praxisbeobachtung übereinstimmt. Letztendlich geht es darum, ob die neuen Verfahren genau, zuverlässig und effizient sind.
In Berührung mit der wissenschaftlichen Welt kam der gebürtige Eisenacher bereits 1984 als 17-Jähriger an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg in einer Spezialklasse für Mathematik und Physik. Trotz sehr guten Abiturs 1986 gestatteten es ihm die politischen Zustände in der ausgehenden DDR erst nach dem Fall der Mauer, 1990 ein Mathematikstudium an der TU Dresden aufzunehmen. Dieses schloss er 1996 mit dem Diplom ab. Unterbrochen wurde das Studium durch einen Aufenthalt 1993/94 an der englischen University of Northumbria in Newcastle upon Tyne, während dessen er den Bachelor of Science (Honours) erwarb. Mit dem akademischen Grad eines Philosophiae Doctor (PhD) kam Linß im Oktober 1998 von einem zweijährigen Promotionsstudium am University College Cork, Irland, zurück. Von März 1998 war er dann als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Wissenschaftlicher Assistent und (ab April 2004) als Juniorprofessur für „Numerische Analysis und Grenzschichtphänomene“ am Institut für Numerische Mathematik der TU Dresden tätig, an der er sich im Juni 2007 auch habilitiert hatte. Weitere Auslandsaufenthalte führten ihn in den Jahren 2008 und 2009 nach Limerick und zur Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag. 2010 und 2011 vertrat er die Professur „Angewandte Mathematik/Numerische Mathematik“, Universität Duisburg-Essen, bevor es nahtlos in Hagen als Professor für Numerische Mathematik weiterging.
In seiner Freizeit fährt Linß gerne Rennrad, er läuft, liebt klassische Musik und Oper und komponiert Schachaufgaben. Im Jahre 1997 verlieh ihm die FIDE den Titel eines Internationalen Meisters für Schachkomposition.
FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de