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Franziska Heinz

Co-Trainerin von Bayer Leverkusen, Bachelor und Master of Laws

Franziska Heinz

Auch wenn sie nicht mehr selbst auf dem Spielfeld steht, sondern das Geschehen von der Trainerbank aus beobachtet – weniger spannend ist es für sie nicht geworden. Zwei Achillessehnenrisse zwangen Franziska Heinz 2004 ihre aktive Karriere als Handballerin beim Handballverein Borussia Dortmund zu beenden. Durch Zufall erfuhr die gebürtige Magdeburgerin vom gerade neu eingerichteten Bachelor of Laws der FernUniversität in Hagen. „Für mich eine Chance, etwas Neues zu machen“, bewertet sie ihre damalige Situation. Sie zögerte nicht lange und schrieb sich zum Sommersemester 2004 ein.

Franziska Heinz Franziska Heinz

„Bevor ich an die FernUni ging, hatte ich bereits Jura in Halle und Bochum studiert“, erzählt Franziska Heinz. Es war jedoch schwierig, Sport und Präsenzstudium aufeinander abzustimmen. Seminarzeiten überschnitten sich mit dem regulären Training und speziellen Lehrgängen, von Magdeburg musste sie nach Halle pendeln. An der FernUniversität kann sie sich ihren Lernstoff flexibel einteilen. „Am neuen Bachelor of Laws reizte mich die Kombination von Jura und BWL“, berichtet die heute 35-jährige. „Das entsprach auch genau meinen Vorstellungen, denn Richterin wollte ich sowieso nie werden.“

Profi-Handballerin eigentlich auch nicht. Seit der Kindheit treibt sie Sport, speziell zum Handball kam sie „eher zufällig“. „Davor hatte ich Tennis gespielt“, lächelt Heinz. „Es hat sich dann einfach alles entwickelt.“ Und das steil nach oben. Sie spielte sowohl in der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaft als auch in der Frauen-Nationalmannschaft. 1993 gewann das Team in Norwegen die Weltmeisterschaft. Ein Jahr später folgte der zweite Platz bei der Europameisterschaft in Deutschland, 1997 der dritte Platz bei der WM im eigenen Land. Franziska Heinz wurde zur besten Spielerin des Turniers und später sogar zur Handballerin des Jahres gewählt.

In der Bundesliga holte die Rückraumspielerin mit Borussia Dortmund im gleichen Jahr den Pokal des Deutschen Handballbundes. 1998 wurde die Mannschaft Deutscher Vizemeister.

„Von Magdeburg wechselte ich 1994 nach Dortmund“, erklärt die sympathische Handballerin. „Ich wollte internationaler spielen.“ 186 Länderspiele hat sie bestritten. Nach ihrer Verletzung blieb sie dem Handball treu und wechselte von der Spieler- auf die Trainerseite. Parallel zum Fernstudium absolvierte Heinz die Trainerausbildung und engagierte sich in Dortmund im Jugendbereich. „Nur Handball wäre mir aber nicht genug gewesen“, stellt sie klar. „Ich brauchte den geistigen Ausgleich im Studium.“ Ihre freien Tage legte sie sich so, dass sie abends zu Mentorenkursen in die umliegenden Studienzentren Marl, Castrop-Rauxel oder Oberhausen fahren konnte. Mit ihrer kleinen Lerngruppe wiederholte Franziska Heinz den Stoff vor Klausuren.

2006 wechselte sie aus dem Jugend– in den Profi-Bereich zurück und von Borussia Dortmund zur Frauen-Mannschaft vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Der Verein spielt in der ersten Bundesliga, die letzte Saison beendete die Mannschaft an dritter Stelle. Franziska Heinz ist ihre Co-Trainerin. Ihren Bachelor schloss sie bereits 2007 erfolgreich ab und hängte den Master sofort an. Im September dieses Jahres schreibt Heinz die letzten Klausuren. Zusätzlich zum Masterstudiengang studiert die Handballerin noch Wirtschaftswissenschaft – die BWL-Anteile im Bachelor of Laws hatten ihr Interesse geweckt. „Ich finde es wichtig, mir ein zweites Standbein zum Handball aufzubauen“, meint Franziska Heinz. Wie genau ihre Zukunft aussehen soll, überlegt sie noch: „Zurzeit arbeite ich viel im Verein, bin aber auf der Suche, was ich alles machen kann und will.“

Gesche Quent | 22.10.2010
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